10 Tipps gegen Prokrastination
Was ist Prokrastination?
Kennen Sie das? Sie putzen die ganze Wohnung, obwohl Sie die Steuererklärung machen wollten. Sie räumen Ihr E-Mail-Postfach auf, statt einen Kunden anzurufen. Sie scrollen stundenlang durch Ihren Social-Media-Feed, statt sich auf die Prüfung vorzubereiten. All diese Dinge gehören zu einem Phänomen, dass sich Prokrastination nennt. Das Wort kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „aufschieben.“ Es ist menschlich und natürlich, unangenehme Aufgaben vor sich her zu schieben. Gerade bei unbeliebten Tätigkeiten oder To-Dos, die nicht klar definiert sind und unübersichtlich erscheinen, neigen wir dazu. Manchmal stecken auch Versagensängste dahinter. Dieses Verhalten kann allerdings zum Problem werden, wenn dadurch wichtige Dinge nicht erledigt werden und Stress und Druck sich immer weiter aufbauen.
10 Tipps gegen Prokrastination
Wir haben 10 einfache Tipps zusammengestellt, die gegen das Aufschieben helfen.
1. Aufgaben möglichst klar planen
Oft ist das Problem, dass eine Aufgabe uns zu groß und unübersichtlich erscheint, wie ein Berg, den wir nicht überwinden können. Es hilft dann, sich zu fragen: Was will ich genau erreichen? Wie soll das Ergebnis aussehen? Vielleicht kann die Tätigkeit in mehrere kleine Schritte unterteilt werden. Das macht es einfacher, sie anzugehen.
2. Erzählen Sie anderen davon
Es klingt verrückt, funktioniert aber. Wenn wir Kollegen, Freunden oder unserer Familie erzählen, was wir erledigen und wollen und am besten auch bis wann, schaffen wir eine externe Motivation. Der äußere Druck hilft uns, endlich anzufangen.
3. Die Pomodoro-Technik
Es kann abschreckend sein, eine große Aufgabe erledigen zu müssen und dafür lange an den Schreibtisch gefesselt zu sein. Es hilft, wenn wir uns die Arbeitszeit in kleine Häppchen einteilen. Arbeiten Sie am besten 4 x 25 Minuten an einer Aufgabe, gefolgt von fünf Minuten Pause. In dieser Pause können Sie einen Tee kochen, durchs Büro laufen oder nach draußen schauen. Nach dem vierten Zyklus machen Sie eine längere Pause von 30 Minuten. Das hilft nicht nur dabei, Aufgaben anzugehen, es steigert auch die Konzentration. Wichtig ist nur, dass Sie sich eine Uhr stellen und die Zeiten wirklich einhalten.
4. Erstellen Sie eine To-Do-Liste
Erstellen Sie eine möglichste detaillierte Aufgabenliste. Größere Aufgaben unterteilen Sie dabei in mehrere Schritte. Wenn Sie etwas erledigt haben, haken Sie es gut sichtbar ab. So schaffen Sie Erfolgserlebnisse. Wir bevorzugen nämlich oft Aufgaben, bei denen das Ergebnis direkt sichtbar ist. Daher fühlt sich Fensterputzen manchmal erfüllender an als die Steuererklärung.
5. Vermeiden Sie Ablenkung
Was stört Sie beim Arbeiten? Ist es Ihr Handy, das ständig vibriert, oder werden Sie durch E-Mails abgelenkt? Finden Sie heraus, was Sie vom Arbeiten abhält, und schalten Sie diese Faktoren nach Möglichkeit aus. Das Handy kann in den Flugmodus gestellt werden, viele Programme lassen sich in einen „Nicht stören“-Modus versetzen, der Sie nur bei wirklich dringenden Dingen benachrichtigt. So schaffen Sie eine konzentrierte Arbeitsatmosphäre.
6. Verknappen Sie Ihre Arbeitszeit
Wenn wir wenig Zeit haben, arbeiten wir effizienter, auch wenn das auf den ersten Blick nicht so scheint. Legen Sie also vorher genau fest, wie lange Sie eine Aufgabe bearbeiten wollen. Das Zeitfenster sollte dabei natürlich realistisch gewählt werden.
7. Rituale schaffen
Feste Gewohnheiten signalisieren uns, dass jetzt die Zeit für eine bestimmte Aufgabe ist. Ob Sie einen Tee kochen, das Büro lüften oder sich ein Gummibärchen gönnen, wenn Sie das Ritual für einige Tage beibehalten, werden Sie eine positive Wirkung feststellen.
8. Wann arbeiten Sie am besten?
Finden Sie heraus, um welche Zeit Sie am produktivsten sind. Manche von uns sind morgens direkt zu Arbeitsbeginn am kreativsten, andere brauchen bis zum Nachmittag, um schwierige Aufgaben anzugehen. Legen Sie Tätigkeiten, die Sie immer wieder verschoben haben, in Ihre produktivste Zeit.
9. Belohnen Sie sich
Belohnen Sie sich, wenn Sie etwas geschafft haben, auch wenn es eine kleine Teilaufgabe ist. Das schafft positive Anreize im Gehirn, um wieder eine neue Aufgabe anzugehen.
10. Suchen Sie nach Ursachen
Falls alle Tipps und Tricks nicht helfen, sollten Sie die Ursachen abklären. Stecken Versagensängste oder andere Probleme hinter dem Aufschieben? Wenn Sie selbst nicht weiterkommen, scheuen Sie sich nicht, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. In seltenen Fällen können psychische Erkrankungen die Ursache für Prokrastination sein.
Wir hoffen, dass unsere Tipps Ihnen helfen, Aufgaben ab jetzt effektiver anzugehen. Übrigens: Wussten Sie, dass ein chaotischer Schreibtisch einer der größten Störfaktoren ist? Wie sie das in den Griff bekommen können, erfahren Sie hier.