Entspannt zurück ins Büro: So bleibt die Erholung erhalten
Der Sommerurlaub ist für viele die schönste Zeit des Jahres. Wochenlang freut man sich darauf, endlich einmal den Alltag hinter sich zu lassen, auszuschlafen, die Sonne zu genießen und den Kopf frei zu bekommen. Doch kaum ist der Koffer ausgepackt, fühlt es sich oft so an, als wäre die Erholung nie da gewesen. Der Schreibtisch quillt über, das E-Mail-Postfach ist voll und die To-do-Liste scheint während der Abwesenheit ein Eigenleben entwickelt zu haben.
Dabei geht es nicht nur um ein persönliches Empfinden. Eine englische Untersuchung zeigt, dass 76 Prozent aller Angestellten bereits eine Woche nach dem Urlaub wieder ihr ursprüngliches Stressniveau erreicht haben. Es ist gut vorstellbar, dass die Situation in Deutschland kaum anders aussieht. Die Folge: Die Motivation sinkt, die Energie schwindet und der Alltag übernimmt schneller wieder das Kommando, als uns lieb ist.
Der Sommer endet nicht mit dem Urlaub
Der größte Fehler beginnt häufig im Kopf. Viele Menschen betrachten den ersten Arbeitstag gleichzeitig als das Ende des Sommers. Dabei stimmt das überhaupt nicht. Der Sommer dauert offiziell bis zum 22. September – und oft warten gerade nach dem Urlaub noch viele warme Tage, laue Abende und sonnige Wochenenden.
Versuchen Sie deshalb, den Urlaub nicht abrupt zu beenden, sondern langsam ausklingen zu lassen. Genießen Sie weiterhin den Sommer. Treffen Sie sich nach Feierabend mit Freunden im Biergarten, machen Sie einen Spaziergang im Abendlicht oder verbringen Sie die Wochenenden bewusst draußen. So bleibt ein Stück Urlaubsgefühl erhalten.
Widerstehen Sie der Versuchung, alles sofort aufzuholen
Nach der Rückkehr möchten viele möglichst schnell beweisen, dass sie wieder voll einsatzfähig sind. Es wird länger gearbeitet, Überstunden werden selbstverständlich und die aufgelaufenen Aufgaben sollen innerhalb weniger Tage abgearbeitet werden.
Genau das ist jedoch einer der größten Erholungskiller.
Gehen Sie stattdessen möglichst pünktlich nach Hause. Die Arbeit wird auch morgen noch da sein. Wer direkt wieder bis spät in den Abend arbeitet, verabschiedet sich schneller von seiner Erholung, als ihm lieb ist.
Nehmen Sie den Urlaub mit in den Alltag
Im Urlaub bewegen sich viele Menschen deutlich mehr als zu Hause. Ob Schwimmen, Wandern, Radfahren oder Tennis – plötzlich bleibt Zeit für Aktivitäten, die im Alltag oft zu kurz kommen.
Warum also nach der Rückkehr damit aufhören?
Versuchen Sie, zumindest einen Teil dieser Gewohnheiten in Ihren Alltag zu integrieren. Vielleicht beginnen Sie den Tag mit einem Besuch im Schwimmbad, gehen nach Feierabend joggen oder verabreden sich regelmäßig zum Tennis. Bewegung wirkt nicht nur positiv auf die Gesundheit, sondern verlängert auch das gute Gefühl aus dem Urlaub.
Haben Sie kein schlechtes Gewissen
Viele Beschäftigte starten mit einem schlechten Gewissen in den ersten Arbeitstag. Die Kollegen haben während der Abwesenheit zusätzliche Aufgaben übernommen und nun entsteht das Gefühl, verlorene Zeit möglichst schnell aufholen zu müssen.
Doch Urlaub ist kein Luxus, sondern eine notwendige Erholungsphase.
Niemand erwartet, dass Sie Ihre Pause "wiedergutmachen". Wer sich selbst unter Druck setzt und versucht, in wenigen Tagen alles nachzuholen, landet sofort wieder auf dem alten Stressniveau.
Erlauben Sie sich deshalb einen ruhigen Wiedereinstieg.
Der erste Arbeitstag ist kein Marathon
Nicht jede Aufgabe muss sofort erledigt werden. Viel sinnvoller ist es, den ersten Arbeitstag als Orientierungstag zu betrachten.
Nehmen Sie sich zunächst Zeit, Ihre E-Mails und Post konzentriert zu sichten und Entscheidungen zu treffen. Lassen Sie sich anschließend von Kolleginnen und Kollegen über aktuelle Entwicklungen informieren. Oft ist es hilfreich, selbst einen kurzen Rundgang durch die Abteilung zu machen. So erfahren Sie alle wichtigen Neuigkeiten auf einmal und vermeiden, dass ständig jemand mit einer weiteren Information an Ihrem Schreibtisch auftaucht.
Schreiben Sie anschließend alle anstehenden Aufgaben auf, vergeben Sie Prioritäten und planen Sie die nächsten Tage realistisch.
Eine einfache Regel kann dabei helfen: Alles, was sich in weniger als drei Minuten erledigen lässt, können Sie direkt bearbeiten. Alles andere erhält einen festen Platz in Ihrer Planung.
Schaffen Sie sich den nächsten Lichtblick
Es klingt zunächst ungewöhnlich: Kaum ist der Urlaub vorbei, sollte man bereits den nächsten planen.
Doch genau das hilft dabei, motiviert zu bleiben. Wer weiß, dass in einigen Wochen oder Monaten bereits die nächste kleine Auszeit wartet, erlebt den Arbeitsalltag oft deutlich entspannter.
Reservieren Sie deshalb schon jetzt ein paar freie Tage im Kalender. Das muss keine große Fernreise sein. Vielleicht genügt ein verlängertes Wochenende, ein Kurztrip ans Meer oder einfach ein paar freie Tage zu Hause.
Wichtig ist nur, dass Sie diesen Termin wirklich fest einplanen. Denn sobald der Alltag wieder Fahrt aufnimmt, verschwinden persönliche Wünsche oft ganz schnell hinter Terminen und Verpflichtungen.
Erholung ist keine einmalige Angelegenheit
Urlaub soll Kraft schenken – nicht nur für eine Woche danach, sondern möglichst langfristig. Das gelingt jedoch nur, wenn wir bewusst etwas von der Urlaubszeit in unseren Alltag hinüberretten.
Der Sommer ist schließlich noch nicht vorbei. Genießen Sie die warmen Abende, bleiben Sie in Bewegung, steigen Sie gelassen wieder in den Beruf ein und gönnen Sie sich bereits den nächsten kleinen Lichtblick.
Denn echte Erholung endet nicht mit dem ersten Arbeitstag – sie lebt davon, dass wir sie auch im Alltag ein Stück weit bewahren.